
Vom 16.- 19. Juni ruft ein breites Bündnis aus linken Organisationen bis hin zu Gewerkschaftsgliederungen und der Partei Die LINKE unter dem Motto „Blockupy Frankfurt“ zum Protest gegen das Krisenregime der Europäischen Union, gegen die Politik der Troika und den in den nächsten Wochen durch die Euro-Länder zu ratifizierenden Fiskalpakt auf. Warum sich auch Studierende an Protesten wie diesen beteiligen sollten, erläutert Nicole Gohlke.
Schwarz-Gelb versucht seit Monaten mit immer neuen
Bankenrettungspaketen und einem völlig autokratischen Regierungsstil die
Eurokrise von Deutschlands Banken und Investoren fernzuhalten.
Vielleicht kann die Bundesregierung die Banken tatsächlich noch ein
bisschen länger retten - angekommen ist die Krise in vielen Kommunen und
Einrichtungen und bei vielen Menschen allerdings schon längst: sie sind
genau genommen schon seit Jahren vom Sparkurs der öffentlichen
Haushalte betroffen. Und da machen auch die Hochschulen mit ihrer
Dauer-Mangelwirtschaft keine Ausnahme.
Neu ist diese Situation
wirklich keineswegs - seit 1977 haben wir sie streng genommen schon: die
chronische Unterfinanzierung der Hochschulen. Damals nämlich
verabschiedete sich der sozialdemokratische Kanzler Schmidt mit der
"Untertunnelung des Studentenbergs", in Euphemisten-Deutsch
"Öffnungsbeschluss", vom bedarfsgerechten Ausbau der Hochschulen und mit
ihm von linkskeynesianischen Konzepten zur Bekämpfung der ersten
bundesrepublikanischen Wirtschaftskrise Anfang der 70er Jahre. Statt
Konjunkturpaketen und Investitionen im öffentlichen Sektor wurde nun der
Weg geebnet für den neoliberalen Entstaatlichungskurs und die fast
schon religiös anmutende Maxime „Was gut für die Unternehmensgewinne
ist, ist auch gut für die Gesellschaft als Ganzes“.
Was auf der
Grundlage, den Unternehmen möglichst große Steuergeschenke zu machen,
ihnen dabei möglichst viel Mitsprache zu sichern, in jedem Falle aber
die öffentlichen Ausgaben zu senken, an den Hochschulen folgte, wissen
wir alle zu genau:
Die nominell autonome, aber de facto ihrer
Freiheit und Unabhängigkeit beraubte "Unternehmerische Hochschule",
eine Bildungskürzung verkleidet als mobilitätsfördernde Bologna-Reform
und die Zerstörung wissenschaftlicher Potentiale im Gewand der
Exzellenzinitiative.
Was unter den Vorzeichen der weltweiten
Wirtschaftskrise und des drohenden Zusammenbruchs des Euro an den
Hochschulen noch folgen kann, lässt sich mit einem Blick ins europäische
Ausland dunkel erahnen: auf der Insel werden Studiengebühren auf bis zu
£ 9000 pro Jahr verdreifacht, in Griechenland werden Hochschulen
zusammengelegt und Hunderte ProfessorInnenstellen gestrichen, in Italien
sollen binnen zwei Jahren 20 Prozent der Hochschulmittel eingespart
werden.
Auch in Deutschland wird der in den nächsten Wochen durch
den Bundestag zu ratifizierende Fiskalpakt zu weniger öffentlichen
Investitionen und damit zu weiteren Sozial- und Bildungskürzungen führen
- dafür wird die eherne, weil unkündbare Schuldenbremse sorgen.
Wem
also die Zustände an deutschen Hochschulen bisher nicht ausreichten, um
mal anständig protestieren zu gehen, der möge das Bedrohungspotential
erkennen, dass im europäischen Fiskalpakt liegt: Einen Anstoß dazu geben
rund 50 europäische WissenschaftlerInnen in ihrem Appell, den
Fiskalpakt nicht zu unterzeichnen:
www.stop-neoliberal-crises-politics.org : "Die neoliberale Politik,
deren Scheitern in der Krise offenkundig wurde, wird nochmals
radikalisiert. So zielt der „Fiskalpakt“ [...] darauf ab, die
neoliberale Sparpolitik für alle Zukunft gesetzlich festzuschreiben.
[...] Weitere Wellen der Privatisierung, der Vernichtung von
Arbeitsplätzen, der Einschränkung öffentlicher Dienstleistungen, des
Sozialabbaus und der Lohnsenkung sind europaweit vorprogrammiert. Und
das alles, um die Profite einer kleinen Gruppe von reichen
Vermögensbesitzern zu sichern. [...]"
Nicht nur die Hochschulen,
ganz Europa steht also am Scheideweg: radikalisierter Neoliberalismus
oder die soziale und solidarische Gesellschaft. Es ist Zeit, das zu
beenden, was Helmut Schmidt seiner Zeit begann: die neoliberale
Krisenpolitik!
Nicole Gohlke ist hochschulpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag. Auf critica online schreibt sie monatlich eine Kolumne über die aktuellen bildungspolitischen Entwicklungen in Deutschland. Die nächste Kolumne wird am 15. Juni 2012 online gehen.
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Euro-Krise und Europäischer widerstand/Blockupy Frankfurt
Referent/innen:
Prof. Heinz Bierbaum, stellvertretender Vorsitzender DIE LINKE., Attac
Miguel Sanz Alcantara, Gewerkschafter des Sindicato Andaluz de
Trabajadores
Dr. Gregor Kritidis, Politikwissenschaftler, Griechenlandexperte
Heidrun Dittrich,(Moderation) MdB., Fraktion DIE LINKE, Mitglied
im parlamentarischen Beirat für
nachhaltige Entwicklung
Paolo Dias, organisiert die anwaltliche Hilfe für die
Proteste und gibt praktische
Tipps zur Blockade
Nils Menke, Avanti – Projekt undogmatische Linke
European Resistance
Am 24.25.26 Februar haben 400 TeilnehmerInnen von Gewerkschaften und Linken Organisationen beschlossen, dass es von 17-19 Mai massive Proteste in Frankfurt gegen das Krisenregime der Europäschen Union geben wird.
Am 17. werden die Zentralen Plätzen von der Stadt besetzt,damit wir Raum für Diskussion und inhaltlichen Austausch haben.Am 18. wird der Geschäfstbetrieb der Banken blockiert und Am 19. werden Anti-KapitalistInnen aus vielen ländern nach Frankfurt reisen und bei einer Großen Demonstrasation beteiligen.
In die Zeit der Mobilisierung fallen der europaweite Aktionstag zum 31.März ,der internationale 1.Mai und Tarifauseinandersetzungen in Deutschland,denen unsere solidarität gilt.
Wir als Dielinke.SDS Hannover unterschtützen „Eurpean Resistance“ massiven Protesten,weil wir glauben dass es eine bessere Welt möglich ist.
Weil Antikapitalismus Alternativlos ist!

Die Frankfurter Protestttage schließen damit direkt an den europaweiten Aktionstag des 12.Mai und an den Jahrestag der ersten Asamblea von Madrid an.
Ein Jahr nach Fukushima
Ein Jahr nach Fukushima bäumt sich der Nuklear-Kapitalismus noch einmal auf. Bis zum 11. März wird eine erste Fassung fertiggestellt sein. Wir gehen den gesellschaftlichen, ökonmischen und technischen Fragen, die sich nach der vom Tsunami am 11.3.2011 ausgelösten und bis heute nicht beendeten Katastrophe stellen, nach und versuchen eine Einordnung mithilfe von Experten und Opfern.
Dresden Nazifrei 2012
Am 13. Februar blockierten 8000 Menschen einen Fackelaufmarsch der Neonazis. Am 18. Februar machten es über 12 000 Antifaschist_innen mit der größten antifaschistischen Demonstration seit Jahren, den Nazis unmöglich einen Fuß in die Stadt zu setzen.
Dielinke.SDS Hannover,Die Linke Linden-Limmer,Ag Anticapitalista,Die Linke NeueKöln,Die linke Hildesheim


